Kindergartenfinanzierung nur ein Thema - Flüchtlingsarbeit bleibt gewichtiges Thema

Warendorf - Den Ball flach zu halten – das war ein gemeinsamer Appell von Gemeindevertretern und Vize-Bürgermeister Doris Kaiser beim Neujahrsempfang von St. Laurentius. Sie bezogen sich dabei auf das zeitweise sehr strittige Thema Zuschüsse für die Kindergärten.

Kreisdechant Peter Lenfers mit Vize-Bürgermeisterin Doris Kaiser und Pfarreiratsvorsitzender André Leson (v.l.). Foto: Ulrike von Brevern

In der Kirchengemeinde St. Laurentius ist mit dem Jahreswechsel ein vergleichsweise problemfreies Jahr zu Ende gegangen. So fasste es der Vorsitzende des Pfarreirates, André Leson, in seinem traditionellen Rückblick beim Neujahrsempfang der Gemeinde zusammen. Im Hinblick auf das Thema Kindergartenfinanzierung , das in Öffentlichkeit und Politik zeitweise zu scharfen Auseinandersetzungen geführt hatte, bemühten sich sowohl die Vertreter der Gemeinde als auch Doris Kaiser , die als Vertretung von Bürgermeister Axel Linke die Grüße der Stadt überbrachte, den Ball flach zu halten.

Kaiser mahnte in ihrem Grußwort einen „respektvolleren Umgang“ an. Man könne nicht immer einer Meinung sein, müsse aber das Gespräch suchen und „als erwachsene Menschen diese Probleme lösen“. Kreisdechant Pfarrer Peter Lenfers kritisierte wie Kaiser die „heftige Rhetorik“, verwies aber darauf, dass es von Seiten der Politik auch Verständnis gegeben habe. Er wolle das Thema nicht erneut aufkochen, sagte Leson in seinem knappen Überblick. Er sprach von „Unsachlichkeit unter Politikern“ und sah „keinen Grund, die Kirche öffentlich an den Pranger zu stellen“.

Zu den wichtigen Themen in der Gemeinde zählte Leson in seinem Jahresrückblick die Flüchtlingsarbeit als „gelebte Nächstenliebe“. Dafür erhielt er von den Zuhörern im gutgefüllten Saal des Kolpinghauses viel Beifall. Die Aufgabe, bei der Integration zu unterstützen, werde trotz bundesweit gesunkener Flüchtlingszahlen wegen der Zuweisung anerkannter Flüchtlinge aus den Landeseinrichtungen auch im laufenden Jahr bestehen bleiben.

Der Vorsitzende des Pfarreirates erinnerte an das 60-jährige Jubiläum der St. Josef-Kirche 2016. Die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde sei durch den neuen Facebook-Auftritt verstärkt worden. Zudem verwies er darauf, dass die Protokolle der Pfarreirat-Sitzungen seit diesem Jahr auf der Gemeinde-Homepage abrufbar sind. Für das laufende Jahr blickte er auf die zum Ende des Jahres anstehende Neuwahl des Pfarreirates.

Lenfers dankte für das große ehrenamtliche Engagement. „Durch die Taufe sind wir Mitarbeiter Gottes, nicht Mitarbeiter des Pfarrers, das ist ein wichtiger Unterschied“, schmunzelte er. Der Kreisdechant erinnerte an die Einrichtung zweier neuer Referate in der Zentralrendantur, deren Träger die Gemeinde ist, und verwies auf die zahlreichen personellen Veränderungen sowohl bei der Leitung der Kindergärten als auch im Pastoralteam. Er mahnte die Gemeindeglieder, „christliches Zeugnis zu geben auch in unruhiger Zeit“. In Anlehnung an ein Böll-Zitat hielt er fest, selbst die allerschlechteste christliche Welt sei einer heidnischen vorzuziehen, da sie Bedürftige ausdrücklich unterstütze.

Langanhaltenden Beifall erhielt im Kolpingsaal das Solo von Kaplan Michael Bohne während der vorangegangenen Messe in der St.-Laurentiuskirche. Er hatte begleitet von Bereichskantor Bernhard Ratermann am Klavier das Hochgebet während der Eucharistiefeier gesungen.