Intercamp in Warendorf 3000 Pfadfinder über Pfingsten

Warendorf - Die Vorbereitungen für das Intercamp in Warendorf laufen bereits seit zwei Jahren. Begeistert war die Jury, man muss sich als Austragungsort bewerben, von der Nähe des Intercamp-Geländes zur Stadt. Es gibt ein Sicherheitskonzept. Und es gibt einen Notfallplan, sollte der Lohwall aufgrund starker Regenfälle durch die Ems überflutet werden. 3000 Pfadfinder aus ganz Europa werden vom 2. bis 5. Juni in Warendorf zum Intercamp erwartet. Von Joachim Edler

Intercamp in Warendorf: Der Spaß wird bei dem Großtreffen nicht zu kurz kommen: Stadt-Hike (Rallye), Wanderungen, bunte Spiele aller Art, so dass es auf den Wiesen und links und rechts der Ems turbulent zugehen und den Pfadfindern (Juffis und Pfadis) nie langweilig wird. Foto: US Army

Das Gelände des Lohwalls wird über Pfingsten nicht wiederzuerkennen sein: Überall Zelte und Stände. Jugendliche pendeln dazwischen hin und her. Und wo man auch hinsieht – überall erblickt das Auge die beigen Jacken mit den bunten Ansteckern und Abzeichen. 3000 Pfadfinder aus ganz Europa werden vom 2. bis 5. Juni in Warendorf zum Intercamp erwartet. Nach aktuellem Stand haben sich bereits 2400 „Juffis“ und „Pfadis“ im Alter von elf bis 16 Jahren angemeldet. Sie kommen aus Amerika, Polen, Tschechien, Frankreich, England, Holland, Belgien, Luxemburg, Schweiz und Deutschland.

 Dieter Nissen von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg in Warendorf freut sich auf ein spannendes, abwechslungsreiches Programm mit vielen internationalen Begegnungen. Er selbst habe schon an vielen Intercamps teilgenommen, zuletzt 2016 in Tschechien, um dort gemeinsam mit dem Warendorfer Pfadfinder-Vorstand Valentina Westerheide und Alexander Wiesmann die Intercamp-Fahne als Zeichen für den nächsten Austragungsort in Empfang zu nehmen.
 
 Wie auf solch großen Pfadfinderlagern üblich, ist der sanitäre Standard eher einfach. Nissen muss lachen, als er nach beheizten Zelten gefragt wird. „Wer friert, zieht sich einen Pullover mehr an. Duschen gibt es keine. Sollte es zu heiß sein, kippt man sich einfach einen Kanister Wasser über den Kopf. 80 Dixi-Klos werden aufgestellt.“

Wenn Tausende Pfadfinder am Freitag, 2. Juni, auf dem Lohwall eintreffen, steht die Infrastruktur bereits, sind alle Versorgungseinrichtungen (Frischwasserleitungen, Strom, Gas, Müllbehältnisse) angeschlossen. Dafür sorgt zwei Tage vorher ein Hightech-Team mit 200 Helfern. Bei einem Pfadfinderlager, bei dem bis zu 3000 Teilnehmer erwartet werden, gibt es im Vorfeld jede Menge zu tun. Für die vier Tage gibt es nicht nur ein Programm für alle, sondern viele parallele Aktivitäten, die sich an die verschiedenen Altersstufen richten. Die Pfadfinder müssen nur noch ihre Zelte aufbauen, und los geht´s. Jedem Stamm ist ein Leiter zugeteilt. Während die Pfadfinder aus Deutschland meist in größeren Jurten übernachten“, so Nissen, würden die Polen und Amerikaner in kleineren Zwei- bis Drei-Mann-Zelten schlafen. Gekocht wird auf Gaskochern. Die Lagersprache ist Englisch.

Die Vorbereitungen für das Intercamp in Warendorf laufen bereits seit zwei Jahren. Man muss sich als Austragungsort bewerben. Begeistert war die Jury von der Nähe des Intercamp-Geländes zur Stadt.

Es gibt ein Sicherheitskonzept. Und einen Notfallplan, sollte der Lohwall aufgrund starker Regenfälle durch die Ems überflutet werden. „Kommt aus Rheda-Wiedenbrück die Pegelstandmeldung, haben wir sechs Stunden Zeit, um unsere Zelte abzubauen“, so Nissen. Das Gelände, dass sich vom Oberen Lohwall (Teufelsbrücke) über den Wiesengrund bis zur André-Marie-Brücke zieht, wird bewacht sein. Bestimmte Bereiche zur Ems werden mit einem Bauzaun abgeriegelt. Der Wiesengrund wird vom 2. bis 5. Juni für den Autoverkehr gesperrt sein.

Die medizinische Versorgung übernehmen im Notall die Malteser, die in dem Gebiet sowieso ihre Unterkunft haben. Nissen: „Wir glauben, dass das Intercamp eine tolle Gelegenheit sein wird, internationale Pfadfinderluft zu schnuppern und mit vielen jungen Menschen aus ganz Europa in Kontakt zu treten.“ Das Pfadfinderlager sei übrigens offen für jedermann. Ab 22 Uhr herrsche aber Nachtruhe.

In Warendorf findet übrigens das 50. Großtreffen dieser Art statt. Das erste Intercamp war Pfingsten 1967 in Wellerlooi in den Niederlande. Von Anfang an wuchs die Idee eines internationalen Pfadfinderlagers, welches jedes Jahr über Pfingsten stattfindet und heute als Intercamp Kultstatus erreicht hat. Der Spaß wird bei dem Großtreffen nicht zu kurz kommen: Stadt-Hike (Rallye), Wanderungen, bunte Spiele aller Art, so dass es auf den Wiesen und links und rechts der Ems turbulent zugehen und den Pfadfindern nie langweilig wird. Dafür werden internationale Gruppen gebildet. Zur offiziellen Begrüßung sowie zu einem Gottesdienst mit Weihbischof Stefan Zekorn kommen die Pfadfinder im Emsseepark in Höhe des Meridians zusammen. Lange Reden, so Nissen wird es nicht geben. „Es gibt ein kurzes Opening.“ Nissen bedankt sich an dieser Stelle bei den Eintracht-Schützen, die ihr traditionelles Pfingst-Schützenfest vom Lohwall auf die Kleinspielfelder am Freibad verlegen. An allen vier Tagen werden Warendorfer die Möglichkeit haben, das Lagerleben der Pfadfinder kennen zu lernen. Ob es ein Lagerfeuer geben wird, soll aus Sicherheitsgründen aktuell vor Ort entschieden werden, so Nissen. Fest steht die Food-Street, eine Straße mit Essensständen. Im gesperrten Wiesengrund werden Bänke und Tische aufgebaut, an denen die Pfadfinder aus ganz Europa ihr selbst zu bereitetes Essen zeigen. Da darf jeder auch beim anderen Land einmal zugreifen. 2018 ist Belgien Gastgeber.