Zur Geschichte der Laurentiuskirche /-Gemeinde

Hoch überragt der Kirchturm von St. Laurentius den historischen Marktplatz Warendorfs. Schon seit Jahrhunderten bildet die Pfarrkirche St. Laurentius den Mittelpunkt der Stadt. Sie wurde als frühe Missionskirche um 785 für den ostmünsterländischen Raum gegründet. Damit ist sie älter als das 805 gegründete  Bistum selbst. Die Pfarrei St. Laurentius ist eine der Urpfarreien des von Karl dem Großen geschaffenen Bistums Münster, dessen erster Bischof der hl. Liudger war. Bis zum Jahre 1811 war sie mit Beckum, Billerbeck und Stadtlohn Bischöfliche Kaplanei und Sitz eines Domherrn des Bistums Münster als Archidiakon. In der Entstehungsgeschichte ist anzunehmen, dass zunächst eine frühe Holzkirche gegen Ende des 8. Jahrhunderts bestanden hat, wie Baumsargfunde aus dieser Zeit nahe legen.

Ein erster romanischer Steinbau entstand Anfang des 9. Jahrhunderts, dann folgte ein Neubau im Stil der Romanik um 1150. Die heutige dreischiffige gotische Hallenkirche wurde nach dem Stadtbrand von 1404 zum Teil auf den Fundamenten der alten Kirche errichtet, der bekannte Warendorfer Altar, ein Kleinod westfälischer Tafelmalerei, wurde um 1414 neu geweiht und die Kirche 1913-1914 unter Pfarrer Strumann um ein Joch und um den mächtigen, 61 m hohen Turmbau erweitert. Außer dem sogenannten Warendorfer Altar beherbergt die Kirche noch eine Vielzahl von hochrangigen Kunstwerken aus vielen Jahrhunderten, von denen hier nur das Sakramentshaus (ca. 1420), das sog. Sassenberger Kreuz (um 1520), die Apostelfürstengruppe mit dem Domherrn Heinrich Hake des Münsteraner Bildhauers Heinrich Brabender († 1538), die überlebensgroße Christophorus-Statue von1630 und das barocke Altarbild von 1675 des Münsteraner Malers Verkruizen erwähnt werden sollen.

Die Marienverehrung hat in Warendorf eine lange Tradition. Zahlreiche Darstellungen der Gottesmutter in der Stadt zeugen von der tiefen Marienfrömmigkeit. Einen besonderen Höhepunkt der volksnahen Verehrung bildet das wundertätige Gnadenbild der „Glorreichen Jungfrau von Warendorf“ in der St.-Laurentius- Kirche. Es handelt sich um eine aus der Zeit um 1650 stammende bekleidete Figur der Madonna im goldenen Strahlenkranz, die seit dem Jahre 1752 den Mittelpunkt der für unsere Gegend einmaligen Verehrung zu Mariä Himmelfahrt bildet. Nach einem Brand im Jahre 2002 wurde das Gnadenbild restauriert. Die Spuren des Brandes ließ man als sichtbares Zeichen.