Die Krankensalbung...

...empfiehlt den kranken Menschen der Nähe Gottes an und versteht sich als Zeichen der Stärkung. Schon in der Urkirche war es üblich, erkrankte Menschen mit Öl zu salben und für sie zu beten. Die Salbung wird auf Stirn und Handrücken vorgenommen und kann zeit eines Lebens mehrmals empfangen werden.

Ein Knick in der Biographie

Kennst du das auch:
einen Knick in der Biographie?

Ich meine nicht das übliche Auf und Ab
in den Stürmen des Lebens,
daß du dich mal besser, mal schlechter fühlst,
je nach dem Wetterbericht der Erlebnisse und Gefühle.

Nein, ich meine eine scharfe Kurve,
einen Bruch, einen Knick,
wo hinterher alles anders ist als bis dahin.

Der Tod eines lieben Menschen
kann solch ein Einschnitt sein.

Oder eine neue Liebe.

Eine Krebsdiagnose,
ein Infarkt, eine schwere Operation,
ein heil überstandener Unfall.

Vielleicht auch eine mystische Erfahrung.
Das ist wie eine neue Geburt,
einschließlich Wehen und Freude.

Von da an gilt für dich ein neuer Kalender.

Du teilst die Zeit ein:
vor dem Tag X — und nachher.

Du erlebst die Krokusse anders
und den ersten Schnee.

Du entdeckst oft überlesene Zeilen
in einem bekannten Gedicht.

Eine vertraute Musik hörst du
wie eine Offenbarung.

Du feierst einen Weihnachtsgottesdienst mit,
als sei es zum ersten, zum letzten Mal.

Alles bekommt eine neue Wertigkeit.
Kleinigkeiten werden dir wichtig,
Bedeutendes erscheint dir banal.

Prioritäten verschieben sich.
Nichts ist mehr selbstverständlich.
Kennst du das auch?

(Hermann Josef Coenen)