Kaplan Matthias Rump aus St. Laurentius verabschiedet

Schon wieder ein Abschied in der Pfarrei St. Laurentius: Nachdem vor genau drei Wochen Kantor Bernhard Ratermann in den Ruhestand wechselte, war es nun Kaplan Matthias Rump, der Lebewohl sagen musste.

Der beliebte Kaplan der Laurentiusgemeinde wurde am vergangenen Samstag im Rahmen der Vorabendmesse in der Pfarrkirche St. Laurentius verabschiedet und wechselt nach Borken ins Westmünsterland.

Von den vier Jahren in Warendorf waren zwei von der Pandemie geprägt – eine Zeit, die nicht immer ganz einfach gewesen sei, bedauerte Rump in seiner Predigt. Nur zweimal durfte er Mariä Himmelfahrt in Warendorf erleben. Aber trotz Corona, oder gerade deshalb, habe er das Miteinander und das Engagement der Menschen liebgewonnen. „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!“ – mit diesen Worten des französischen Bischofs Jacques Gaillot schlug er den Spagat zwischen dem Sonntagsevangelium und seiner Vision für die Zukunft der Warendorfer Gemeinde. In seiner sehr persönlichen Ansprache zeichnete der scheidende Kaplan das Bild eines Netzes, das die Gemeinde zum einen auswerfen müsse, um für die Menschen da zu sein; zum andern sollten die Gläubigen auch selbst wie ein Netz miteinander verbunden bleiben. Es sei die Aufgabe der Zukunft, den Menschen Raum zur Entfaltung zu geben. Ihn selbst habe es immer angetrieben, andere glücklich zu machen, sagte Rump in freier Rede zur den Gottesdienstbesuchern.

Am Ende des Gottesdienstes fand Jutta Blienert anerkennende Worte für den jungen Geistlichen aus dem Oldenburger Münsterland. Rump habe es verstanden, mit den Ehrenamtlichen wertschätzend und auf Augenhöhe umzugehen, betonte die Vorsitzende des Pfarreirats. Pfarrer Peter Lenfers blickte auf die vielfältigen Aufgabenfelder des Kaplans zurück. Unter anderem in der Erstkommunionsvorbereitung und in der Jugendarbeit habe sich Matthias Rump engagiert eingesetzt und sei auch mit unkonventionellen Ideen und seinem großen persönlichen Einsatz eine große Bereicherung des Gemeindeslebens gewesen.  In sehr persönlichen Worten bedanke er sich für das gute, freundschaftliche Miteinander mit seinem Priesterkollegen. Diakon Tobias Tiedeken, mit dem Rump Gottesdienste in plattdeutscher Sprache gehalten hatte, trug ein Gedicht vor, in dem er Rumps Glaubwürdigkeit, Authentizität und Nähe zu den Menschen hervorhob.

Ein Raunen ging durch das Kirchenschiff, als Postbote Josef, natürlich in Dienstmontur, eine Vielzahl von Paketen auf seiner Sackkarre durch den Mittelgang schob – eine liebevolle Anspielung auf die Tatsache, dass Rump gern Dinge per Post bestellte, dann aber selten zu Hause anzutreffen sei und Pakete schon automatisch im Pfarrbüro abgegeben würden. Rump durfte dann auspacken: Warendorfer Andenken wie das „Kettenöl“, ein Frühstücksbrettchen, ein Thermobecher und ein Trockentuch mit Warendorf-Logo, außerdem ein Altartuch, bestickt mit Rumps Primizspruch „Die Welt ist Gottes voll“.

Rump selber bedankte sich ebenfalls: für die schöne Zeit in der Emsstadt und alles Wohlwollen, dass ihm entgegengekommen sei. Er habe im Pastoralteam, mit allen Mitarbeitenden und viel Rückhalt und Unterstützung erfahren. Die vielen unterschiedlichen Menschen seien ihm ans Herz gewachsen und der Abschied falle ihm schwer, sagte der junge Geistliche, zur Gemeinde gewandt.

Musikalisch gestaltet wurde der festliche Gottesdienst an der Orgel von Kantor Gregor Loers; es sangen Christiane Timphaus und Elke Blienert. Das Pastoralteam nahm ebenfalls musikalischen Abschied: gemeinsam mit den Kirchenmusikern war das Lied „Möge Gott deinen Weg begleiten“ der Wunsch um den Segen Gottes für den Kaplan. Im Anschluss an die Messe war im Pfarrheim an der  Marienkirche Gelegenheit, Matthias Rump persönlich zu verabschieden und mit ihm auf die vergangenen vier Jahre anzustoßen.

Matthias Rump wird am Mittwochabend in der Laurentiuskirche seine vorerst letzte Messe in Warendorf feiern und dann nach Borken umziehen. Am kommenden Sonntag wird er in seiner neuen Einsatzgemeinde St. Remigius Borken eingeführt. Der Wechsel der Kaplansstelle nach vier Jahren ist für die Jungpriester üblich und ist planmäßig. Ein neuer Kaplan für St. Laurentius steht zur Zeit nicht in Aussicht; Ende November wird das Pastoralteam jedoch durch einen weiteren Priester verstärkt.

Zitiert:

„Du brüks för de Vökünnigung bi Fleesk un Beer kien Bohai, kien Standesdünkel un kien witt` Collar; ümso miär wirkt Christi  Botschaft bi di liberaol, glaubwüördig un waohr.“ (Tobias Tiedeken)