Marienkantorei: zwei Verabschiedungen und eine Ehrung

„Ihr“ letzter Probentermin wurde um einiges verkürzt: Claudia Lawong, über den Zeitraum von fünf Jahren Leiterin der Marienkantorei Warendorf, musste sich sputen, das Probenprogramm in der Hälfte der Zeit zu absolvieren.

Die langjährige Leiterin der Marienkantorei Warendorf wurde nach ihrer letzten Chorprobe am Dienstag, den 26.02.2019 herzlich verabschiedet

Danach kamen die Laudatoren zum Zuge. Präses Peter Lenfers dankte mit bewegten Worten der langjährigen nun ehemaligen Chorleiterin und erinnerte an die herausragenden musikalischen Projekte der vergangenen Jahre. Mit einer Bildcollage überreichte er ihr im Namen der Kirchengemeinde St. Laurentius ein Abschiedsgeschenk, das zum einen den herzlichen Dank sichtbar macht, zum anderen auch für die Zukunft eine Brücke herstellen soll. Etwas ganz besonderes hatten sich die beiden Altistinnen Barbara Schulte und Heike Greshake einfallen lassen.  In akribischer und zeitaufwändiger Arbeit hatten sie eine Figur aus Pappmaché geschaffen, die an die musikalische Zeit in Warendorf und das Engagement für die Marienkantorei erinnern soll. Diese „Diva“, von ihren Schöpferinnen als „zickig, dickköpfig und mega-anstrengend“ beschrieben, wird künftig einen Ehrenplatz in der Lawong´schen guten Stube einnehmen.

Willy Hülsmann hatte den Termin bewusst gewählt, um nach über 70jähriger Tätigkeit als Chorist seine letzte Chorprobe und damit sozusagen seinen letzten „Arbeitstag“ als Bass-Sänger zu begehen. Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliche Engagement wurde er zum Ehrenmitglied ernannt- ein Novum in der Geschichte der Marienkantorei! Denn: von den insgesamt 122 Jahren ihres Bestehens war Willy Hülsmann die weitaus längste Zeit mit dabei. Eine künstlerisch-kalligraphisch gestaltete Ehrenurkunde dokumentiert diesen außergewöhnlichen Einsatz und die zu Recht erfolgte Ehrung und wird sicher ebenfalls einen besonderen Platz erhalten. Wie kann es auch anders sein? Natürlich brachte ein vielstimmiger Chor den beiden aus dem aktiven Dienst scheidenden  Chormitgliedern ein Lied mit selbstgetextetem Inhalt zu Gehör. Kurz und gut: ein rundum gelungener Abschluss einer jahrelangen erfolgreichen und harmonischen Zusammenarbeit und eines schöne Miteinanders, für das es sich gelohnt hatte, die Probearbeit ausnahmsweise zeitlich zu reduzieren. Und es reichte dann immer noch, sich persönlich voneinander zu verabschieden und mit einem Glas Sekt anzustoßen.