Aktuelles

Chorisches Leben erwacht in Warendorf

Seit Anfang Juni erwacht auch in Warendorf das chorische Leben wieder. Zwar ist das Proben im Gesamtchor nicht möglich, jedoch erlaubte die Coronaschutz-verordnung des Landes NRW bisher Chorproben in Gruppen bis zu maximal sechs Personen. Außerdem sind Mindestabstände unter den Sängern und zum Dirigenten einzuhalten. Kantor Ratermann hatte dies zum Anlass genommen, seinen Chören unter den geltenden Bedingungen Proben anzubieten. In den Kinder- und Jugendchören der Pfarrei St. Laurentius haben über 75% positiv auf das Angebot reagiert, im Erwachsenenchor waren es 50%. Seit dem 3. Juni proben die Kinder- und Jugendchöre in Gruppen mit bis zu sechs Sängerinnen und Sängern wöchentlich 45 Minuten. Da für den Kirchenchor St. Laurentius vier Gruppen in derselben Stärke gebildet werden mussten, kann jeder Sänger im 14-tägigen Rhythmus zum Singen kommen. Alle Sängerinnen und Sänger sind dankbar für das Angebot. Die ungewohnte Probensituation mit Abstand von drei Metern sensibilisiert für das Hören aller Stimmen. Durch den Abstand wird gleichzeitig die individuelle Stimmsicherheit gefördert und trainiert. Inhaltliche Schwerpunkte sind Themen der allgemeinen Musiklehre, besonders wird das Singen nach Noten gefördert. Dazu bietet Kantor Ratermann den Sängerinnen und Sänger Kanones und mehrstimmige Sätze an.

Die kirchenmusikalischen Aktivitäten der nächsten Zeit...

(situationsbedingt nur online)

Aufgrund der aktuellen Situation können keine gewohnten Termine angegeben werden.
In dieser Zeit ist auch die Kirchenmusik nur virtuell möglich.
 

Aktion Osterlied - das Ergebnis

Presseartikel zur Kirchenmusik

Aus Anlass des Konzertes „Laudate Dominum“, das am Sonntag, den 13. Oktober um 18:00 Uhr in der Marienkirche geboten wird, geben wir hier ein...

Weiterlesen

Der Chor „Kreuz & Quer“ bereitet sich derzeit intensiv und mit großer Vorfreude auf die Uraufführung des Musicals „Mutter Maria“ am Freitag, den...

Weiterlesen

Archiv

Mutmachlied:

"Da berühren sich Himmel und Erde"

Adventskonzert des Kirchenchores St. Laurentius

Mit Vertrauen und Courage zum Ziel

Es war gewiss kein Zufall, dass auch das Publikum in der gut besetzten, dabei arktisch kalten Kirche eingeladen war, die Stimmbänder gleich mehrfach zu aktivieren: „Macht hoch die Tür“, „Wachet auf“ und „Komm, du Heiland aller Welt“ - Chor und Gemeinde als große Gemeinschaft in Erwartung des Gottessohnes.

Von Christoph Schulte im Walde

Montag, 02.12.2019, Westfälische Nachrichten

Ganz aus der Stille heraus erklingen zarte Töne, erst vom Violoncello angestimmt, dann von Fagott und Kontrabass verstärkt. Kurz darauf gesellen sich hohe Streicher und Oboen hinzu. Sie alle liefern das Fundament für die Prozession, die den Kirchenchor St. Laurentius am Sonntag vom hinteren Teil der Kirche gemessenen Schrittes bis zum Altarraum führte: „Siehe, dein König kommt zu dir, öffne die Tür!“ – mit diesen im Kanon gesungenen Versen eröffneten die Sängerinnen und Sänger ihr Adventskonzert.

Ein Nachmittag der besinnlichen, eher meditativen Töne, was heute alles andere als selbstverständlich ist. Im Gegenteil: außerhalb der Kirchenmauern ist der klare Unterschied zwischen Advent und Weihnachten längst verwischt. Genau deshalb hatte Kantor Bernhard Ratermann gezielt Kompositionen ausgewählt, die auf das Fest erst einmal vorbereiten und es nicht schon vorwegnehmen.

„Machet die Tore weit“ ist eine solche Vorbereitung. Die gleichnamige Kantate von Georg Philipp Telemann erinnert an Einkehr, Gewissenserforschung, Bereitschaft zur Umkehr jedes einzelnen Menschen, damit der König der Ehren, der Erlöser durch eine offene Pforte Einzug halten kann in die Herzen der Gläubigen. Telemann lässt stellvertretend für das Volk Gottes neben dem großen Chor auch Solo-Sopran und Solo-Bass beten und bitten, loben und singen. Claudia Lawong (Sopran) und Michael Nonhoff (Bass) taten dies sehr nachdrücklich und mit nobel geführten Stimmen.

Mitunter liegen auch mal kleine Steine auf dem Weg. So wie jetzt in St. Laurentius. Da gab es im zweiten Abschnitt des Eingangschores eine Stolperstelle – und der rechte Pfad geriet außer Blick. Passiert uns Zuhörern das nicht auch immer wieder, könnte man da fragen? Mit Vertrauen und Courage klappte der zweite Anlauf, mit dem Chor und Instrumentalisten dann sicher ihr Ziel erreichten.

Davon spricht auch Johann Sebastian Bachs nicht allzu lange, aber großartige Kantate „Nun komm der Heiden Heiland“ (BWV 61) am Ende des Adventskonzertes. Was tut Bach? Er rollt dem sehnlichst erwarteten König den roten Teppich aus mit einer prächtigen französischen Ouvertüre, vom engagiert spielenden collegium musicum punktgenau intoniert!

Da hinein mischt sich der selbstbewusste Chor und übergibt anschließend an den Solo-Tenor Stephan Hinssen. Der erinnert an das ja bereits vollendete Heilsgeschehen („Was hast du nicht an uns getan“), während Claudia Lawong („Öffne dich, mein ganzes Herz“) noch einmal jede einzelne Seele freundlich ermahnt.

Chor, Orchester und vor allem auch die drei ausgezeichneten Vokalsolisten – die alle rundeten sich zu einem innigen Klang, der keinen Zweifel ließ an dieser Botschaft: Gottes Sohn kommt, aber wir müssen ihm den Weg bereiten! Davon erzählten auch die von Veronika Hofmeister rezitierten Jesaja-Bibelverse.

Großer Applaus nach dem Schlussakkord – und als Zugabe noch einmal Telemann, ganz ohne Stolpersteinchen.

Seicento Vocale mit Monteverdis "Marienvesper" in St. Laurentius

Das Ensemble „Seicento vocale“ unter Leitung von Alexander Toepper gestaltete am Sonntag, dem 12. Mai 2019 ein Konzert in der Laurentiuskirche. Es hatte mit der Marienvesper von Claudio Monteverdi einen echten Meilenstein der Musikgeschichte im Gepäck.

Seicento vocale ist ein junges, professionelles Vokalensemble, das überwiegend aus Studierenden und Absolventen der Hochschule für Musik Detmold sowie weiteren Sängerinnen und Sängern aus ganz Deutschland besteht. Seicento, 600, steht als Kurzform für "mille seicento" und somit für die Kultur des 17. Jahrhunderts, die Grundlage für Programmkonzepte darstellt. Nach dem Programm "Friedensrufe" aus dem vergangenen Jahr mit Werken des 20. Jahrhunderts kehrt das Ensemble nun mit der berühmten Marienvesper zum Kernrepertoire zurück.

Das Projekt ist gleichzeitig die erste Kooperation mit dem ebenfalls jungen „Orpheus consort“. Es hat sich im Herbst 2018 formiert, um sich in flexibler Besetzung der Vokal- und Instrumentalmusik der Renaissance und des Frühbarock zu widmen. Die Musiker beschäftigen sich dabei in historisch informierter Aufführungspraxis mit den Werken und erreichen durch farbenreiche Instrumentationen (ganz im Sinne des „Broken Consort“) immer neue, einzigartige Blickwinkel auf bereits Bekanntes. Zusätzlich interpretieren sie auch zeitgenössische Musik auf historischem Instrumentarium um diese in einen neuen Kontext zu stellen.

Diese Kooperation ermöglicht eine farbenreiche Instrumentierung des Meisterwerks, gepaart mit einem Chorklang, bei dem alle Sängerinnen und Sänger auch gleichzeitig Solisten sind.

Multiple Voice - ein Chorkonzert unter Mitwirkung der Schola Gregoriana

Die Schola Gregoriana St. Laurentius hat beim 23. Benefizkonzert „Zukunft für Kinder“ mitgewirkt, das der Lions Club Münster am 18. November um 17 Uhr in der Überwasserkirche in Münster veranstaltete. Weitere Mitwirkende waren die „Capella Vocale Münster“ unter Leitung von Daniel Lembeck und die „Frauenschola der Kirchenmusikschule Münster“ unter Leitung von Kantor Bernhard Ratermann. Zur Aufführung kamen Chorwerke, die ihre Wurzeln im gregorianischen Choral haben. Diese „Wurzeln“ wurden von der Schola gregoriana St. Laurentius und der Frauenschola gesungen. Die Zuhörer in der voll besetzten Überwasserkirche erlebten ein anspruchsvolles Konzert. Der lang anhaltende Applaus bestätigte den Einsatz der beiden Chorleiter und der Sängerinnen und Sänger.  

Über den nachfolgenden Link kommen Sie zum Artikel über das Konzert in den Westfälischen Nachrichten:

https://www.wn.de/Muenster/3556474-Benefizkonzert-in-Ueberwasser-Tosender-Beifall-fuer-starke-Stimmen

Großartiges Klangerlebnis - Konzert der Marienkantorei

Auch wenn die musikalischen Großereignisse bereits am vergangenen Samstag und Sonntag stattgefunden hatten, so stehen die Akteure immer noch unter dem starken Eindruck des Erlebten. Die WN hatten bereits mehrfach im Vorfeld auf die Rutter-Konzerte hingewiesen, die in der Marienkirche in Warendorf zur Aufführung gelangten. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Holger Blüder hatten sich insgesamt etwa 50 Instrumentalmusiker des Großen Sinfonieorchesters der Schule für Musik im Kreis Warendorf sowie 23 Sängerinnen vom Mädchenchor Marienfeld und 67 Sängerinnen und Sänger von der Marienkantorei Warendorf zusammengetan, um geistliche Musik des englischen zeitgenössischen Komponisten John Rutter zur Aufführung zu bringen. Diese Kooperation hatte es bislang noch nie gegeben; alle Beteiligten betraten voller Erwartung und Vorfreude Neuland. Die Proben zu den Konzerten nahmen etwa ein halbes Jahr in Anspruch. Dankenswerterweise wurde das Projekt finanziell großzügig von der Kulturstiftung der Sparkasse Warendorf unterstützt.

Am Samstagabend nahmen 230 Besucher in den Bänken der Marienkirche Platz, am Sonntagabend war die Kirche mit über 450 erwartungsfrohen Besuchern brechend voll. In der ersten Konzerthälfte konnten sich sowohl das Sinfonieorchester als auch die beiden Chöre einzeln mit Rutter-Werken präsentieren. In der zweiten Hälfte wurde deutlich, welch gewaltige Klangfülle ein derartig großes Ensemble zu erreichen in der Lage ist. Claudia Lawong brillierte als Sopran-Solistin, Axel Wolloschek konnte als Bariton wieder überzeugen. Knisternde Spannung, absolute Ruhe bei den Zuhörern, Varianz in den Tempi, Abwechslung in der Lautstärke – ein seltenes Beispiel für große und anspruchsvolle, nie seicht daherkommende Musik. Holger Blüder verstand es ausgezeichnet, die Akzente zu setzen, den Überblick zu behalten und durch klares und unmissverständliches Dirigat Hilfen zu geben. So gelang es nicht nur, das Publikum mit wunderbarer Musik zu begeistern, sondern auch, die Zuhörer an großen und unterschiedlichen Emotionen teilhaben zu lassen und ihnen überzeugend die der Musik zugrunde liegenden Texte und Glaubensaussagen zu vermitteln.  

Beim abschließenden Lied „The Lord bless you and keep you“ wurden die Anwesenden unter den Segen Gottes gestellt. Dazu bildeten die Sängerinnen und Sänger einen großen, den gesamten Kirchenraum ausfüllenden Kreis und positionierten sich „schützend“ um die Konzertbesucher. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer waren von der Symbolik und der Musik tief ergriffen. Dementsprechend äußerten sich viele Menschen beim Verlassen der Marienkirche voller Dankbarkeit: „Ich war sehr berührt“, „Ich konnte stellenweise die Tränen nicht zurückhalten“, „danke für das Musikerlebnis“, „Ich würde nun am liebsten selber in einem Chor mitsingen!“ Wen wundert es, dass es neben der wunderbaren Musik auch diese positive und dankbare Resonanz der Konzertbesucher war, die die Akteure beglückte.

Dr. Ulrich Reul

Bilder: Birgit Edelhoff