Kirchenmusik in der österlichen Bußzeit

 

Dem Charakter der österlichen Bußzeit trägt auch die Kirchenmusik Rechnung. Konkret entfällt „vom Beginn der Quadragesima bis zur Osternacht … das ‚Halleluja‘ in allen Gottesdiensten, und zwar auch an den Hochfesten und Festen, und wird durch einen anderen Ruf v. d. Evangelium ersetzt (‚Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!‘ etc. GL 176,3-5) …  In  der  Quadragesima  dürfen Musikinstrumente nur zur Unterstützung des Gesangs verwendet werden. (Dies) unterstreicht den Bußcharakter dieser Zeit.  …   Die  Gesänge  bei  Gottesdiensten,  besonders  bei  der  Eucharistiefeier,  aber auch bei Andachten, müssen dieser Zeit angepasst sein und soweit wie möglich den liturgischen Texten entsprechen.“

(Direktorium für das Bistum MünsterSeite 80 f)

 

Termine der Kirchenmusik in der österlichen Bußzeit bis zum Osterfest

17.03.2019 17 Uhr Pfarrkirche St. Laurentius

„Multiple voice“ Chorkonzert mit dem renommierten Münsteraner Chor „Capella-Vocale Münster“ unter Leitung von Daniel Lembeck.

Mitwirkende sind außerdem die Frauenschola der Kirchenmusikschule Münster und die Schola gregroriana Sti. Laurentii, die beide von Kantor Bernhard Ratermann geleitet werden.

31.03.2019 9 Uhr Pfarrkirche St. Laurentius: Choralamt

Schola gregoriana Sti. Laurentii

14.04.2019 10:30 Uhr Josefschulplatz/Josefkirche: Palmweihe, Palmprozession, Eucharistiefeier

Kinderchor St. Laurentius

18.04.2019 20:00 Uhr Pfarrkirche St. Laurentius: Messfeier vom Letzten Abendmahl

Jugendkantorei St. Laurentius

18.04.2019 20:00 Uhr Marienkirche: „Kar- und Osterliturgie einmal anders“

Kreuz und Quer

19.04.2019 9:00 Uhr Kreuzweg

Kirchenchor St. Josef

19.04.2019 15:00 Uhr Pfarrkirche St. Laurentius: Feier vom Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus

„Deinen Tod o Herr verkünden wir“ (Johannes Passion von Kurt Grahl)

Kirchenchor St. Laurentius

19.04.2019 18:00 Uhr Marienkirche: „Kar- und Osterliturgie einmal anders“

Schola gregoriana Sti. Laurentii

20.04.2019 21:00 Uhr Pfarrkirche St. Laurentius: Die Feier der Osternacht

Jugendkantorei St. Laurentius

21.04.2019 10:30 Uhr Pfarrkirche St. Laurentius: Hochamt am Ostertag

Kirchenchor St. Laurentius

22.04.2019 9:00 Uhr Pfarrkirche St. Laurentius: Choralamt am Ostermontag

Schola gregoriana Sti. Laurentii

22.04.2019 10:00 Uhr Marienkirche: Hochamt am Ostermontag

Chorsätze von M.Schmidt, J.S.Bach, K.Nystedt und W.A.Mozart

Marienkantorei

22.04.2019 11:15 Uhr Josefkirche

Kinderchor St. Laurentius

Lied des Monats

Lied des Monats März

Mit Beginn der österlichen Bußzeit wird im März in unserer Gemeinde das Lied „Holz auf Jesu Schultern“ (GL 291) neu eingeführt.

Eine Hörprobe mit der Jugendkantorei St. Georg aus Bensheim (https://www.katholisch.de/video/14028-gotteslobvideo-gl-291-holz-auf-jesu-schulter) gibt Ihnen einen ersten Höreindruck.

Erschlossen wird das Lied von Meinrad Walter Im Internet unter dli.institute/wp/holz-auf-jesu-schulter-gl-291/

„Viele Deutungen des Kreuzes gibt es in der Theologie und  Spiritualität, in Bildender Kunst und Musik. In manchen Epochen wird mehr das Leiden Christi betont, in anderen zugleich die Hoffnung auf Verherrlichung. Dieses Lied nun lotet Spannungen aus: Kreuz und Auferstehung, Wort und Ton, traditionelle und neue Sprache. Die Melodie verdanken wir Ignace de Sutter (1911–1988), einem belgischen Musiker und Theologen. Der Text des niederländischen Originals stammt von dem Priester und Dichter Willem Barnard (1920–2010). Wirklich übersetzbar waren die virtuosen Wortspiele der Urfassung jedoch nicht. Deshalb hat Jürgen Henkys (geb. 1929), Autor zahlreicher Kirchenlieder und Nachdichtungen, eine poetisch wie theologisch geglückte Verdeutschung geschaffen, die im katholischen Raum durch den ‚Kreuzweg der Jugend‘ und die Aufnahme in einige Liederbücher bekannt geworden ist.

Ignace de Sutter bezieht seine musikalische Inspiration aus der ältesten Kirchenmusik, dem gregorianischen Choral. Der Kyrieruf der Messe „Orbis factor“ (XI) erklingt als Zitat in der Mitte des Liedes und bildet zugleich dessen melodische Keimzelle. Der Impuls des Zweiten Vatikanischen Konzils, der gregorianische Gesang möge den ‚ersten Platz‘ einnehmen, wird so gerade mit einem neuen Lied eingelöst. Überaus gelungen ist die zweite Liedzeile: Sie weist mit einer emphatischen Geste nach oben zum Zielton d, der zugleich das Kyrie-Zitat vorbereitet. ‚Frucht‘ erklingt so eine Oktave höher als ‚verflucht‘ in der ersten Zeile.

Die erste und letzte Strophe handeln vom Kreuz, wobei das am Anfang genannte ‚Holz‘ erst im letzten Vers als ‚Kreuz‘ identifiziert wird – fast wie bei einem Rätsellied. Das wichtigste christliche Symbol soll nicht vorschnell oder gar gedankenlos besungen werden. Vielmehr wird ihm in Wort und Ton ein Weg gebahnt. Das ‚Holz‘ lastet auf Jesu Schulter als Zeichen der schändlichsten Strafe, die damals denkbar war und einer ‚Verfluchung‘ gleichkommt. Erst im zweiten Schritt wird das Kreuz von Ostern her gedeutet. In ihm liegen Heil, Leben und Hoffnung, wie es in der Liturgie des Karfreitags heißt. Auch die ‚Frucht‘ ist ein altes Passionsmotiv, denn als ‚Baum des Lebens‘ erinnert das Kreuz an das Paradies. Auch ‚durchkreuzt‘ dieses Holz alle allzu menschlichen Vorstellungen vom Königtum Christi. Sein Reich ist nicht von dieser Welt und seine Herrschaft ist nicht ohne das Kreuz, wie es der Theologe Tertullian um 200 n. Chr. formuliert hat: ‚Wer unter allen Königen trägt das Zeichen seiner Macht auf der Schulter und nicht die Krone auf dem Haupt oder das Zepter in der Hand? Allein der neue König der neuen Zeiten Christus Jesus hat seine neue Herrlichkeit, Macht und Erhabenheit auf der Schulter getragen, nämlich das Kreuz, sodass der Herr vom Holze her herrscht.‘

Der Kehrvers ist eine kleine ‚Theologie der drei Tage‘: Wohin gehen wir mit Jesus? In den Karfreitag. Darauf folgt – vor allem in der ostkirchlichen Theologie – der Karsamstag als Befreiung der Toten, wenn Jesus die Pforten der Unterwelt aufsprengt und die Toten herausruft. ‚Lass uns auferstehn‘ ist eine hoffend-österliche Andeutung, ähnlich wie die poetische Anspielung an Jesu letztes Wort am Kreuz ‚Es ist vollbracht‘ in der dritten Strophe.

Jürgen Henkys fasst die Botschaft des Liedes so zusammen: ‚In diesem zugleich kräftigen und stillen Lied wird der Widerstreit von Kreuz und Auferstehung, von Sinnlosigkeit und Lebensreichtum so durchdacht, dass Jesu Geschick und unser eigenes immer mehr zusammen geschaut werden. Das Kreuz als Galgen und damit als Zeichen des Todes erschließt sich dem Glauben als Baum des Lebens.‘

 

Rückblick

Multiple Voice - ein Chorkonzert unter Mitwirkung der Schola Gregoriana

Die Schola Gregoriana St. Laurentius hat beim 23. Benefizkonzert „Zukunft für Kinder“ mitgewirkt, das der Lions Club Münster am 18. November um 17 Uhr in der Überwasserkirche in Münster veranstaltete. Weitere Mitwirkende waren die „Capella Vocale Münster“ unter Leitung von Daniel Lembeck und die „Frauenschola der Kirchenmusikschule Münster“ unter Leitung von Kantor Bernhard Ratermann. Zur Aufführung kamen Chorwerke, die ihre Wurzeln im gregorianischen Choral haben. Diese „Wurzeln“ wurden von der Schola gregoriana St. Laurentius und der Frauenschola gesungen. Die Zuhörer in der voll besetzten Überwasserkirche erlebten ein anspruchsvolles Konzert. Der lang anhaltende Applaus bestätigte den Einsatz der beiden Chorleiter und der Sängerinnen und Sänger.  

Über den nachfolgenden Link kommen Sie zum Artikel über das Konzert in den Westfälischen Nachrichten:

https://www.wn.de/Muenster/3556474-Benefizkonzert-in-Ueberwasser-Tosender-Beifall-fuer-starke-Stimmen

Großartiges Klangerlebnis - Konzert der Marienkantorei

Auch wenn die musikalischen Großereignisse bereits am vergangenen Samstag und Sonntag stattgefunden hatten, so stehen die Akteure immer noch unter dem starken Eindruck des Erlebten. Die WN hatten bereits mehrfach im Vorfeld auf die Rutter-Konzerte hingewiesen, die in der Marienkirche in Warendorf zur Aufführung gelangten. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Holger Blüder hatten sich insgesamt etwa 50 Instrumentalmusiker des Großen Sinfonieorchesters der Schule für Musik im Kreis Warendorf sowie 23 Sängerinnen vom Mädchenchor Marienfeld und 67 Sängerinnen und Sänger von der Marienkantorei Warendorf zusammengetan, um geistliche Musik des englischen zeitgenössischen Komponisten John Rutter zur Aufführung zu bringen. Diese Kooperation hatte es bislang noch nie gegeben; alle Beteiligten betraten voller Erwartung und Vorfreude Neuland. Die Proben zu den Konzerten nahmen etwa ein halbes Jahr in Anspruch. Dankenswerterweise wurde das Projekt finanziell großzügig von der Kulturstiftung der Sparkasse Warendorf unterstützt.

Am Samstagabend nahmen 230 Besucher in den Bänken der Marienkirche Platz, am Sonntagabend war die Kirche mit über 450 erwartungsfrohen Besuchern brechend voll. In der ersten Konzerthälfte konnten sich sowohl das Sinfonieorchester als auch die beiden Chöre einzeln mit Rutter-Werken präsentieren. In der zweiten Hälfte wurde deutlich, welch gewaltige Klangfülle ein derartig großes Ensemble zu erreichen in der Lage ist. Claudia Lawong brillierte als Sopran-Solistin, Axel Wolloschek konnte als Bariton wieder überzeugen. Knisternde Spannung, absolute Ruhe bei den Zuhörern, Varianz in den Tempi, Abwechslung in der Lautstärke – ein seltenes Beispiel für große und anspruchsvolle, nie seicht daherkommende Musik. Holger Blüder verstand es ausgezeichnet, die Akzente zu setzen, den Überblick zu behalten und durch klares und unmissverständliches Dirigat Hilfen zu geben. So gelang es nicht nur, das Publikum mit wunderbarer Musik zu begeistern, sondern auch, die Zuhörer an großen und unterschiedlichen Emotionen teilhaben zu lassen und ihnen überzeugend die der Musik zugrunde liegenden Texte und Glaubensaussagen zu vermitteln.  

Beim abschließenden Lied „The Lord bless you and keep you“ wurden die Anwesenden unter den Segen Gottes gestellt. Dazu bildeten die Sängerinnen und Sänger einen großen, den gesamten Kirchenraum ausfüllenden Kreis und positionierten sich „schützend“ um die Konzertbesucher. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer waren von der Symbolik und der Musik tief ergriffen. Dementsprechend äußerten sich viele Menschen beim Verlassen der Marienkirche voller Dankbarkeit: „Ich war sehr berührt“, „Ich konnte stellenweise die Tränen nicht zurückhalten“, „danke für das Musikerlebnis“, „Ich würde nun am liebsten selber in einem Chor mitsingen!“ Wen wundert es, dass es neben der wunderbaren Musik auch diese positive und dankbare Resonanz der Konzertbesucher war, die die Akteure beglückte.

Dr. Ulrich Reul

Bilder: Birgit Edelhoff

Pressearchiv der Kirchenmusik

Kreuz & Quer in Vorbereitungen: Adventskonzert am Sonntag, den 09. Dezember 2018

Am Samstag, den 29.09.2018 veranstaltete der Chor Kreuz & Quer für seine Mitglieder einen eintägigen internen Gospelworkshop im Pfarrheim St. Marien, um neue Gospels auszuprobieren und sich auf das Adventskonzert am Sonntag, den 09. Dezember in der Josefskirche vorzubereiten.

Intensive Vorbereitung für das Konzert am 9. Dezember (17 Uhr) in der Josefkirche!

„Es ist immer wieder bereichernd, neue Lieder und Gesangstechniken kennenzulernen und gesangspädagogische Impulse zu bekommen“, so Chorleiterin Elke Blienert.

Als Leiter des Gospelworkshops konnte – bereits zum zweiten Mal nach 2016 - Roland Orthaus aus Langenberg gewonnen werden, der mit seinem Gospelchor „Rejoice“ im Juli diesen Jahres bei den „Word Choir Games“ in Südafrika die Goldmedaille in der Kategorie „Spirituals“ und Silber in der Kategorie „Gospel“ mit nach Hause nehmen konnte. Begleitet wurde Orthaus von Melanie Funke, die mit ihrer vollen Altstimme in Südafrika auch solistisch gesungen hatte, und dem jungen Pianisten Jerry Lu, der zum festen Kreis der Instrumentalisten von „Rejoice“ zählt.

Roland Orthaus brennt dafür,  die Freude an Gospels zu teilen. Der  ausgebildete Kirchenmusiker besuchte vor vielen Jahren ein Gospelfestival und wurde tief berührt. „ Gospels zu singen ist für mich ein authentischer Ausdruck des Glaubens, ihn zu leben, tief im Herzen zu spüren. Das versuche ich, weiterzugeben“, so Orthaus. Nachdem der Chor sich mit den neuen Liedern, einer Auswahl aus sowohl besinnlichen wie aus schwungvolleren bis fetzigen Stücken, vertraut gemacht hatte, hieß es   „ Schmeißt die Noten weg und singt!“

Aber nicht nur Gospels, sondern ein interessanter Mix aus unterschiedlichsten Liedern zur Adventzeit wird in diesen Wochen  vorbereitet – eben „Kreuz& Quer“. Lassen Sie sich überraschen!

Zum Adventskonzert am Sonntag, den 9. Dezember um 17 Uhr in der Josefskirche laden wir herzlich ein!